Gesundheit

Impfprotokoll ( Stand: Okt. 2007)

Vorabinformation auf dem "neuesten Stand" der Wissenschaft:

Jeder Hund ist individuell und benötigt ein auf seine Lebensgewohnheiten und seinen allgemeinen Gesundheitszustand abgestimmtes Impfschema.

Wenn der Hund beispielsweise gerne schwimmt, viel Kontakt zu anderen Hunden hat oder möglicherweise sogar zur Jagd eingesetzt wird benötigt er einen anderen Impfschutz als ein Hund der liebe in Haus und Garten lebt und eher wenig Kontakt zu anderen Hunden und Tieren hat.

Das Ziel ist es einen Hund so gut wie möglich vor Infektionen zu schützen, ihn aber auf der anderen Seite nicht mit überflüssigen oder sogar unnötigen Impfen zu belasten.

Um dieses Ziel zu erreichen ist eine gute Grundimmunisierung von entscheidender Bedeutung. Ist der Hund gut grundimmunisiert können die Impfintervalle gegen einzelne Erreger später nämlich z.T. deutlich verlängert werden.

Eine gute Grundimmunisierung bedeutet bei einem Welpen:

1. Impfung in der 8. Woche ( hier interferieren möglicherweise noch schützende Antikörper, die von der Mutter übertragen wurden mit dem Impfstoff)

2. Impfung in der 12. Woche

3. Impfung in der 16. Woche

4. Impfung mit 15 Monaten

Die Grundimmunisierung bei einem erwachsenen Hund der bisher möglicherweise noch nicht geimpft wurde bedeutet:

1. Impfung, dann 3-4 Wochen später die

2. Impfung

3. Impfung nach einem Jahr

Folgende Überlegungen sind bei dem Hund zu berücksichtigen um ein sinnvolles, individuelles Impfkonzept zu erarbeiten.

Die Impfung gegen Staupe und Parvovirose ist dringend erforderlich. Nach einer guten Grundimmunisierung reicht es aus die Auffrischungsimpfung nicht wie bisher jährlich, sondern nur noch alle 3 Jahre durchzuführen.

Tolllwut sollte nicht bei einem zu jungen Hund geimpft werden. Daher wird empfohlen die Tollwutimpfung erst mit einem halben Jahr zu beginnen und diese dann noch mal mit einem Jahr zu wiederholen. Die dann im weiteren Leben erforderlichen Wiederholungsimpfungen sind dann auch nur noch alle 3 Jahre durchzuführen.

Die Hepatitis conatagiosa canis ( HCC ), die durch das canine Adenovirus 1 ausgelöst wird, ist glücklicherweise seit mehreren Jahren nicht mehr in Deutschland aufgetreten, Die Impfkomponente ist weiterhin in den Impfstoffen enthalten und ist nach einer guten Grundimmunisierung auch nur noch alle 3 Jahre erforderlich

Wenn der Hund viel Kontakt zu anderen Hunden hat ist ein Schutz gegen den Zwingerhustenkomplex wichtig. Dieser Impfstoff wird wie eine art "Schluckimpfung" in die Nase appliziert und schützt nicht nur gegen die viralen Erreger des Zwingerhustenkomplexes, sonder ist auch ein Schutz gegen den bakteriellen Begleitkeim Bordetella bronchoseptica.

Die Impfung wirkt bereits nach 72 h und eignet sich daher auch für den kurzfristigen Einsatz beispielsweise vor dem Verbringen in eine Hundepension. Die Impfung sollte dann halbjährlich erneuert werden, falls der Hund weiterhin viel Kontakt zu anderen Hunden hat.

Geht der Hund gerne und viel schwimmen und/oder wird zur Jagd eingesetzt, dann besteht für ihn ein erhöhtes Risiko an Leptospirose zu erkranken. Da die Leptospiroseimpfung sich gegen ein Bakterium (Leptospiren) richtet ist der Impfschutz leider nicht so lange haltbar wie bisher vermutet und sollte daher nach erfolgter Grundimmunisierung in halbjährlichen Abständen erneuert werden.

Aus diesen Vorabüberlegungen ergibt sich für einen Hund das folgende Impfschema:

Krankheit Grundimmunisierung

8. Woche

Grundimmunisierung

12. Woche

16. Woche 15 Monate Wiederholungsimpfungen

halbjährlich

Wiederholungsimpfungen

alle 3 Jahre

Parvovirose X X X X   X
Staupe X X X X   X
Tollwut       X   X
Leptospirose X X X X X  
Zwingerhustenkomplex         X  
HCC X X X X   X

 

Bitte beachten, dass neben der Impfng eine gute Zeckenprophylaxe wehr wichtig ist, da durch die Zecken viele verschiedene Krankheitserreger übertragen werden können. zu empfehlen ist ein wirksames "Spot on" Präparat ( z.B. Frontline, Exspot,......) 1 x monatlich aufzutragen. Bei Auslandsaufenthalten vor allem im mediterranen Bereich sollte mind. 1 Woche vor der Abreise ein Scalibor Halband angelegt werden, welches neben Zecken auch noch die Sandmücke abwehrt.

 

MDR1-Defekt

 

Shelties gehören u.a. zu den Hunderassen, die vom MDR-1 Defekt betroffen sind. Das heißt, das bei Hunden, die das MDR-1 Gen reinerbig tragen, bestimmte Wirkstoffe aus dem Blut über die so genannte Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn eindringen und zu schweren Erkrankungen bis hin zum Tod führen können. 

Auch Erbträger mit nur einer Erbanlage sind in gewissem Maß gefährdet. Inzwischen kann man diese Erbanlage über Blut-oder Speichelproben austesten lassen, was unbedingt zu empfehlen ist, damit der Tierarzt keine schädlichen Medikamente verabreicht. Die Liste der in Frage kommenden Wirkstoffe ist noch nicht vollständig. Diese Tatsache ist leider nicht allen Tierärzten bekannt, so dass immer noch Tiere unnötig sterben müssen.

Es gehören Medikamente gegen Parasiten, Durchfall, Erbrechen und Kortisone sowie aus der Herz- + Tumortherapie, aber auch Narkosemittel dazu.

 

Weitere Einzelheiten zum MDR-1 Test  unter:

                                          

http://www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt.html#6

 

Hüftgelenksdysplasie  (HD)

Die HD ist eine bei Menschen und Hunden weit verbreitete Krankheit. Zuchttiere im VDH müssen vor der Zuchtzulassung eine Röntgendiagnose vorweisen, die von einem unabhängigen Tierarzt (Gutachter) ausgewertet und nach dem Schweregrad der Erkrankung in A = frei, B ) verdacht, C = leichte, D ) mittlere, E = schwere HD eingestuft wird. Beim Sheltie kommen die schweren Grade sehr selten vor !

HD ist eine Fehlbildung des Hüftgelenkes, bei der Oberschenkelkopf und Hüftgelenkspfanne nicht richtig zusammenpassen, in schweren Fällen renkt sich das Gelenk aus und es bilden sich schmerzhafte Arthrosen. Eine sichere, anerkannte Diagnose kann nur durch eine Röntgenaufnahme der Hinterläufe bei Vollnarkose in vorgeschriebener Position im Alter von über 12 Monaten erfolgen.

Die Veranlagung ist erblich, die Ausprägung der Veränderung im Wesentlichen durch Ernährung und Aufzucht bedingt, wie zu rasches Wachstum, zu schwache Sehnen, zu viel Gewicht, falsche Kalziumzufuhr und unnatürliche Belastungen (regelmäßig viel Treppensteigen, glatte Böden, auf denen der Hund oft ausrutscht, zu lange Spaziergänge, zu früh Radfahren, etc.)   

 

Collie Eye Anomaly (CEA)

Wie bei vielen Rassen wurden auch beim Sheltie erbliche Augenveränderungen festgestellt. Deshalb werden bei den VDH-Zuchtvereinen Zuchttiere vor der Zuchtzulassung vorsorglich daraufhin untersucht Seit 1995 widmet sich der Dortmunder Kreis (DOK), ein Zusammenschluss von Augenspezialisten, der Diagnose von Augenerkrankungen beim Hund .

Die CEA ist eine erbliche Veränderung des Augenhintergrundes. Die Symptome reichen von Veränderungen der Blutgefäße und Pigmentstörungen im Augenhintergrund (CRD-Chrorioidale Hypoplasie), die keinen Einfluss auf die Sehfähigkeit haben, über tiefe Ausstülpungen, bei denen man nicht weiß, ob und wie sie die Sehfähigkeit überhaupt beeinträchtigen, bis hin zu Netzhautablösungen mit Blutungen im Auge, was mit Blindheit einhergeht.

Die CEA verschlechtert sich von Geburt an nicht, nur im Falle starker Ausstülpungen des Augenhintergrundes kann es durch Überbelastung später zur Ablösung der Netzhaut kommen. Es können eines oder beide Augen betroffen sein. Die Schwierigkeit gesunde Hunde durch die Verpaarung gesunder Hunde zu züchten, liegt in den so genannten "go normals". Es handelt sich um die leichte Form, den Pigmentverlust des Augenhintergrundes, der schon beim älteren Welpen vergeht und das Auge normal erscheinen lässt. Tatsächlich ist der Hund jedoch befallen, obwohl das Auge selbst normal erscheint.

Die CEA kommt bei einem großen Prozentsatz aller Collies, Shelties sowie bei Border Collie und Australian Shepherd in aller Welt vor. Die schweren Krankheitsbilder sind jedoch sehr selten !

Mittlerweile gibt es in Amerika eine Möglichkeit durch einen Gentest feststellen zu lassen, ob ein Hund klinisch normal (genetisch frei) oder Erbträger ist. Dies ist eine enormer Schritt vorwärts für die Züchter.