Shetlands  

 

Shetland war fast 650 Jahre lang ein Teil der skandinavischen Welt. Erst 1496 übergab Christian I., König von Norwegen und Dänemark, die Shetlands als Hochzeitsgeschenk an Schottland, als sich seine Tochter Margarete mit James III. vermählte. Die Sprache, die heute auf den Inseln gesprochen wird, ist schottisches Englisch, aber sie enthält ungefähr 10.000 skandinavische Lehnwörter. „Setter“ bedeutet die Farm, „Kirk“ die Kirche und „Wick“ die Bucht (übrigens der Begriff, von dem auch die Wikinger abgeleitet werden, weil sie sich in Buchten versteckt hielten)

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Coastal scene, Shetland

Die Shetland-Inseln – das sind 100 große und kleine Inseln, die über eine Gesamtfläche von 1408 km² im Nordatlantik verstreut liegen. Gerade mal 15 Inseln sind bewohnt, auf den übrigen tummeln sich die Robben und Möwen. „Inseln der Mitternachtssonne“ nennt man sie, denn im Sommer geht die Sonne erst gegen 23 Uhr unter und hinterlässt einen breiten orangerosa Streifen am Horizont, um 2 Uhr wird es wieder richtig hell. Das milde Klima des Golfstroms macht sich hier noch bemerkbar. Pikten, Kelten und Wikinger fanden hier ihre Heimat, die Namen der Orte verraten es noch heute: Ocraquoy, Saxa Vord, Oxna, Sands Stour, und die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

 

Im Übrigen ist die Atmosphäre hier im hohen Norden weder britisch noch schottisch, sondern nordisch geprägt. London ist weit, Kilts sindLuskentyre, Isle of Harris unbekannt und statt mit dem Dudelsack wird hier mit dem traditionellen Musikinstrument der Shetlands, der Fiddel, aufgespielt. Auch Ceilidhs sind eher die Ausnahme, aber beim Up Helly Aa, bei dem jedes Jahr ein Langboot der Wikinger in Flammen aufgeht, schlürft man den Whisky aus Wikingerhelmen. Man ist bemüht, eine eigene Identität zu wahren – dazu gehört auch eine eigene Flagge. Lediglich 24.000 Menschen leben auf den Shetlands. Demgegenüber wurden 330.000 Schafe hier gezählt und in den Klippen erfreuen sich über 250.000 Puffins allgemeiner Beliebtheit.